BOCHUM (MedCon) - Die Lernprozessen zugrunde liegenden Mechanismen sind den Neurophysiologen noch nicht in allen Details klar. Vor allem, weil bei einigen Erkrankungen wie etwa Parkinson dieses System gestört ist. Licht in das Dunkel will nun ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt des Instituts für Kognitive Neurowissenschaft an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) bringen.
In dem neuen Verbund arbeiten das Institut für Kognitive Neurowissenschaft, die Neurologische Universitätsklinik der RUB im St. Josef Hospital und das Bernstein Center für Computational Neuroscience der Universität Freiburg zusammen.
Ein ganzes Leben lang strukturiert sich unser Gehirn durch Lernprozesse fortwährend um. Grundlage dieses Prozesses ist das so genannte rückmeldungsbasierte Lernen. Jede unserer Handlungen hat Folgen, die entweder als Belohnung oder als Sanktionierung wirken. "Diese Rückmeldungen können noch so klein sein und in jedem erdenklichen Bereich vorkommen, z.B. technisch durch einen Computerabsturz nach einem bestimmten Tastendruck oder auch sozial durch die Reaktionen eines anderen Menschen", erläuterte Prof. Onur Güntürkün. Für diese Art des Lernens existiert ein eigenes Hirnsystem, das vermutlich in den Basalganglien des Frontalhirns beheimatet und bei Parkinson gestört ist.
Durch konzertierte Tests nach neuestem Standard will man nun mehr über die kausalen Mechanismen dieser Störungen herausfinden. "Wir wollen weg von der bloßen Symptombekämpfung bei Parkinson und hin zu neuen Rehabilitationsverfahren, die an der Basis der Erkrankung ansetzen", so Güntürkün weiter. So wird heute z.B. schon erfolgreich die Tiefenstimulation des Gehirns bei Parkinsonpatienten angewandt, wobei sich die Symptome auf Knopfdruck über fest eingesetzte Elektroden in bestimmten Hirnbereichen abschalten lassen. Warum das funktioniert, ist allerdings noch ungeklärt.
"Ziel ist, durch die Entschlüsselung der neurobiologischen Grundlagen dieser Defizite zu einem besseren Verständnis der kognitiven Probleme von Patienten mit Schädigungen in diesen Hirngebieten zu gelangen und auf Grundlage dieser Erkenntnisse zu besseren Konzepten für Rehabilitationsprogramme beizutragen", umriss Güntürkün.
Quelle: RUB, 12.1.06
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Letzte Änderung: 26.07.2007, 17:34 Uhr
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Stand: 26.07.2007, 17:34 Uhr
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