GIESSEN (MedCon) - Deutschen Wissenschaftlern ist offenbar ein wesentlicher Durchbruch in der Grundlagenforschung gelungen: Sie konnten den Übeltäter für schwere neurologische Erkrankungen wie Parkinson etc. identifizieren.
Das Forscher-Team um Dr. Ulrich Müller vom Institut für Humangenetik der Universität Gießen fand in einem internationalen Kooperationsprojekt heraus, dass bei solchen Störungen im Gehirn ein bestimmtes Gen verändert ist, das den Bauplan für Kaliumkanal-Moleküle enthält. Diese sorgen normalerweise dafür, dass Nervenzellen im Kleinhirn richtig funktionieren. Die Wissenschaftler konnten nun nachweisen, dass gestörte Kaliumkanäle den Abbau von Nervenzellen verursachen.
Die veränderten Kaliumkanäle sind dafür verantwortlich, dass der Ionen-Haushalt in der Zelle ins Ungleichgewicht gerät. Dadurch werden Nervenzellen anfälliger für Sauerstoff-Radikale, die Störungen verursachen. Als Folge gehen die Nervenzellen langsam zu Grunde. Diese Neurodegeneration im Kleinhirn sorgt bei Patienten, die unter der sehr seltenen Erkrankung leiden, für Lauf- und Bewegungsstörungen und in einigen Fällen für eine geistige Behinderung.
Die Forschungsergebnisse der Giessener geben überdies neue Anhaltspunkte für das Verständnis häufiger neurologischer Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder der Alzheimer-Demenz. Auch bei der Behandlung könnte man bald neue Wege gehen und zielgerichtete Medikamente für die veränderten Kaliumkanal-Moleküle entwickeln, glauben die Forscher.
Quelle: Universität Giessen, März 2006
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Letzte Änderung: 26.07.2007, 17:34 Uhr
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Stand: 26.07.2007, 17:34 Uhr
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