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Zelltherapie gegen Morbus Parkinson in Sicht

MÜNCHEN (MedCon) – Parkinson ist bislang schwer zu therapieren, denn traditionelle Medikamente wirken indirekt und nur für einige Jahre. Erstmals kommen nun menschliche Stammzellen in die klinische Prüfung, die die Beschwerden auf direktem Weg beheben sollen.

Morbus Parkinson ist eine der häufigsten Krankheiten, die Hirn und Nerven schädigen. Die Betroffenen quält Muskelzittern, -starre und ein unsicherer Gang. Der Grund für diese Symptome ist der Verlust von spezifischen Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin ausschütten – es entsteht ein Dopamin-Mangel. Ein neues, auf Stammzellen basierendes Medikament, das nun von Forschern des Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) an die pharmazeutischen Richtlinien angepasst wird, soll diesen Dopamin-Mangel direkt behandeln. Wenn die Umstellung auf den pharmazeutischen Prozess gut klappt, könnte das Parkinson- Zelltherapeutikum bereits in etwa einem Jahr in die klinische Prüfung gehen – als erste Zelltherapie mit neuralen Stammzellen.

Zwar können auch herkömmliche Medikamente die Symptome in den ersten fünf bis zehn Jahren gut lindern, danach schwankt die Wirkung jedoch oft unkontrolliert. Denn Hauptbestandteil der Wirkstoffe ist nicht das Dopamin, sondern Vorläufersubstanzen. Nur wenn die Dopamin-produzierenden Zellen des Patienten die Vorläufersubstanzen aufnehmen und in Dopamin umwandeln, lassen die Beschwerden nach. Ein gesunder Mensch hat 800.000 dieser Zellen, bei Parkinson-Betroffenen sind jedoch schon 80 Prozent davon abgestorben, wenn die ersten Krankheitssymptome auftreten. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto weniger Vorläuferstoff wird umgewandelt.

Anders das neue Zelltherapeutikum, bei dem die abgestorbenen Zellen der Patienten durch menschliche Stammzellen, die zu Nervenzellen ausdifferenziert sind, ersetzt werden. Neurochirurgen können diese Zellen gezielt in das Gehirn des Patienten implantieren, wo sie Dopamin erzeugen und dem Mangel entgegen wirken. Bildgebende Verfahren helfen, das Zielgebiet genau zu berechnen.

Eine einzige solche Behandlung, so hoffen die Forscher, könnte künftig ausreichen, um die Krankheit zu heilen. Die Fraunhofer-Wissenschaftler übertragen den Herstellungsprozess in ihren Reinräumen in einen „Good Manufacturing Process“, der die Qualitätsmerkmale für Medikamente erfüllt.

„Die Ausgangssubstanzen müssen dabei so gewählt werden, dass kein Risiko für den Patienten besteht“, konkretisierte Gerno Schmiedeknecht, Leiter der GMP-Herstellungsstätte am IZI.

Quelle: Fraunhofer-Gesellschaft, 4.1.2007

Letzte Änderung: 26.07.2007, 17:34 Uhr

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Stand: 26.07.2007, 17:34 Uhr
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