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Umprogrammierte Zellen lindern Parkinson-Symptome bei Ratten

CAMBRIDGE (MedCon) - Wissenschaftlern des Whitehead Institute for Biomedical Research ist es gelungen, mit Hilfe umprogrammierter Hautzellen die Symptome der Parkinson-Krankheit bei Ratten erfolgreich zu behandeln. Die Forscher programmierten zunächst Hautzellen der Nager in Stammzellen um. Diese ließen sie dann zu Nervenzellen heranreifen, die den Ratten ins Gehirn injiziert wurden. Die Symptome der Krankheit besserten sich daraufhin deutlich.

Ehemalige Hautzellen gliedern sich ins Gehirn ein

„Dies ist der erste Beweis dafür, dass umprogrammierte Zellen sich in das Nervensystem integrieren und eine neurodegenerative Krankheit positiv beeinflussen können“, erklärte der federführende Autor der in den Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlichten Studie, Marius Wernig.

Mit dem Zwischenschritt über die Stammzellen konnte Wernig auch Dopamin produzierende Nervenzellen aus Hautzellen herstellen. Dopamin ist der Nervenbotenstoff, der bei Parkinson nicht mehr in ausreichender Menge gebildet wird.

Transplantierte Nervenzellen sind funktionstüchtig

Wernig transplantierte die neu gewonnenen Nervenzellen in das Gehirn von Ratten, die an Parkinson-Symptomen litten. Acht der neun Ratten, die die Dopamin produzierenden Transplantate erhalten hatten, zeigten vier Wochen später deutlich weniger motorische Parkinson-Symptome. Nach acht Wochen begannen die Dopamin produzierenden Nervenzellen, sich im Gehirn auszubreiten.

„Dieses Experiment zeigt, dass im Reagenzglas umprogrammierte Zellen prinzipiell genutzt werden können, um die Parkinson-Krankheit zu behandeln“, sagte Arbeitsgruppenleiter Prof. Rudolf Jänisch, in dessen Labor am Whitehead Institute die Experimente durchgeführt wurden.

Methode ist auch für Menschen vielversprechend, doch es gibt Hürden

Jänisch und Wernig sind zuversichtlich, dass ihre Arbeitsergebnisse irgendwann auch auf menschliche Patienten angewandt werden könnten. Doch sie geben zu bedenken, dass auf dem Weg dorthin noch große Hürden genommen werden müssen: Zum einen benutzen die Forscher bisher zur Umprogrammierung der Hautzellen ein spezielles Virus, das potenziell in der Lage ist, Krebs auszulösen. Zum anderen müsse noch weiter erforscht werden, welche Methoden für die Transplantation bei Menschen geeignet sind und wohin im Gehirn die Nervenzellen am besten transplantiert werden.

Quelle: Erstellt von Medcon aus Proc. Natl. Acad. Sci. USA. 2008 Apr 7; [Epub ahead of print]

 

Letzte Änderung: 24.04.2008, 14:11 Uhr

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