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Neue Therapien könnten Parkinson-Ursache schon in der Entstehung angreifen

MADISON/OTTAWA (MedCon) - Untersuchungen zeigen, dass es einen gemeinsamen genetischen Schalter gibt, der sowohl die Herstellung des Proteins Alpha-Synuclein, das an der Entstehung von Parkinson beteiligt ist, als auch die Produktion einer wichtigen Komponente des roten Blutfarbstoff Hämoglobin kontrolliert.

Bei Patienten mit Parkinson ist die Konzentration an Alpha-Synuclein im Gehirn erhöht, es sammelt sich an und bildet Verklumpungen. Diese führen zum Absterben der Gehirnzellen, die den wichtigen Botenstoff Dopamin produzieren.

Gemeinsamer Schalter für Blut und Gehirn entdeckt

Der genetische Schalter - ein Protein namens GATA-1 - schaltet die drei Gene an, die für die Produktion von Häm verantwortlich sind. Häm ist der Bestandteil des Blutfarbstoffs Hämoglobin, der für den Transport von Sauerstoff zuständig ist. Die Forscher um Prof. Emery Bresnick von der University of Wisconsin in Madison stellten fest, dass in dem Moment, in dem diese Häm-Produktionsgene aktiv wurden, auch immer die Gene ihre Arbeit aufnahmen, die für die Herstellung von Alpha-Synuclein verantwortlich sind. Dies legte einen gemeinsamen "Einschalter" nahe, schreiben die Wissenschaftler in der Online-Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences.

Arbeitsweise des Schalters liefert neue Erkenntnisse

"Bisher war nur sehr wenig darüber bekannt, was die Produktion von Alpha-Synuclein im Gehirn anschaltet", erklärt Bresnick. "Wenn wir verstehen, wie das GATA-Protein im Gehirn arbeitet, könnte uns das grundlegende Einsichten in die Biologie der Parkinson-Erkrankung liefern." Die neuen Erkenntnisse könnten es Wissenschaftlern auch ermöglichen, neue Therapien zu entwickeln, die die Konzentration an Alpha-Synuclein im Gehirn im Zaum halten.

40 Prozent weniger könnte schon helfen

"Die Alpha-Synuclein-Konzentration im Gehirn um 40 Prozent zu senken, könnte schon ausreichen, um einige Formen der Parkinson-Erkrankung zu behandeln", sagte Clemens Scherzer von der University of Ottawa, dessen Arbeitsgruppe ebenfalls an den Untersuchungen beteiligt war. "Bisher haben sich Forscher darauf konzentriert, das Zuviel an `schlechtem´ Alpha-Synuclein im Gehirn von Parkinson-Patienten loszuwerden. Jetzt könnten wir in der Lage sein, das Problem schon bei der Proteinherstellung in den Griff zu bekommen."

Quelle: erstellt von MedCon aus:

Proc Natl Acad Sci U S A. 2008 Aug 5;105(31):10907-12. Epub 2008 Jul 31
doi: 10.1073/pnas.0802437105 , Scherzer CR et al., GATA transcription factors directly regulate the Parkinson's disease-linked gene alpha-synuclein.

Letzte Änderung: 28.11.2008, 14:25 Uhr

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Stand: 28.11.2008, 14:25 Uhr
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