BARI (MedCon) – Menschen mit der Parkinson-Erkrankung leiden tatsächlich deutlich häufiger an Schmerzen als Personen, die nicht erkrankt sind. Der Grund hierfür könnte eine Schädigung schmerzverarbeitender Strukturen im Gehirn sein. Dies berichten Forscher der Universität von Bari in der September-Ausgabe der Archives of Neurology.
„Patienten mit Parkinson klagen häufig über schmerzhafte Empfindungen, sowohl in Körperteilen, die von Dystonie (unwillkürlichen Muskelkontraktionen) betroffen sind, als auch in solchen, die nicht betroffen sind“, schreiben die Autoren um Dr. Giovanni Defazio.
Die Patienten beschreiben den Schmerz als krampfartig oder ähnlich einer Arthritis. Zudem weist der Schmerz Merkmale auf, die man auch von Schmerz kennt, der von Nervenschädigungen verursacht wird. Die Forscher merken an: „Die Häufigkeit dieser Schmerzerkrankungen in der Allgemeinbevölkerung erschwert es, festzustellen, ob Menschen mit Parkinson häufiger unter Schmerzen leiden als nicht erkrankte Personen.“
Defazios Team untersuchte 402 Patienten mit Parkinson und verglich sie mit 317 gesunden Vergleichspersonen gleichen Alters. Die Studienteilnehmer wurden befragt, ob sie im Laufe der Studie an irgendeiner Art von Schmerz litten, der drei Monate oder länger andauerte.
Es stellte sich heraus, dass 69,9 Prozent der Patienten mit Parkinson von derartigen Schmerzen berichteten. In der Vergleichsgruppe waren es dagegen nur 62,7 Prozent. Statistisch gesehen ist das ein bedeutsamer Unterschied, der zeigt, dass Patienten mit Parkinson tatsächlich häufiger an Schmerzen leiden.
Die Autoren vermuten, dass ein Grund für die vermehrten Schmerzen in den Basalganglien zu finden sein könnte. Diese Gehirnstrukturen spielen nicht nur eine wichtige Rolle in der Kontrolle von Bewegungen, sie sind auch an der Verarbeitung von Schmerzen beteiligt. Es ist bekannt, dass die Basalganglien bei Patienten mit Parkinson geschädigt sind.
Der nächste Schritt müsse sein – so die Wissenschaftler –, Studien zu entwickeln, welche die dem Schmerz bei Parkinson zugrunde liegenden Mechanismen erforschen und so letztlich Angriffsziele für spezifische Behandlungsstrategien finden.
Quelle: Erstellt von MedCon aus Archives of Neurology 2008; 65 (9): 1191-1194
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Letzte Änderung: 25.09.2008, 13:05 Uhr
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URL: http://www.parkinsoninfo.de/aktuelles/2008-09-25/
Stand: 25.09.2008, 13:05 Uhr
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