HERSHEY (BIERMANN) – Irreguläre Armbewegungen beim Gehen könnten ein frühes Zeichen für Morbus Parkinson sein und damit eine frühe Diagnose und Behandlung der degenerativen Erkrankung ermöglichen. Dies postulieren Neurologen in der Zeitschrift Gait and Posture.
„Derzeit wird die Erkrankung über Ruhetremor und Steifheit von Körper und Gelenken diagnostiziert“, sagte Xuemei Huang. „Zu diesem Zeitpunkt sind jedoch bereits 50 bis 80 Prozent der dopaminproduzierenden Zellen abgestorben.“
Um körperliche Zeichen als frühe Marker für den Krankheitsbeginn zu finden, hatten Huang und ihre Kollegen den Gang von Menschen analysiert. Dabei bestätigten sich die klinischen Eindrücke der Wissenschaftlerin, dass Menschen mit Morbus Parkinson beim Gehen die Arme unsymmetrisch schwingen. Unsymmetrisch bedeutet dabei, dass ein Arm weniger schwingt als der andere.
„Wir wissen, dass Parkinsonpatienten ihren Armschwung bereits in einem frühen Krankheitsstadium verlieren, allerdings gibt es bislang keine wissenschaftlichen Untersuchungen dazu, ob der Verlust asymmetrisch eintritt oder wann eine solche Asymmetrie erstmals auftritt“, sagte Huang. „Unsere Hypothese lautet: Da Parkinson eine asymmetrische Erkrankung ist, wird ein Arm früher betroffen sein als der andere.“
Deshalb hatten die Forscher das Armschwingen von zwölf Parkinson-Patienten, deren Krankheit drei Jahre zuvor diagnostiziert worden war, mit dem von acht Kontrollpersonen verglichen. Um einen Einfluss von Arzneimitteln auf das Ergebnis auszuschließen, mussten alle Patienten am Abend vor den Tests ihre Medikamente absetzen.
Die computergestützte Analyse der Schwingungsamplitude der Arme, der Asymmetrie und der Gehgeschwindigkeit ergab, dass die Asymmetrie bei den Parkinson-Patienten deutlich größer war als in der Kontrollgruppe, also ein Arm deutlich weniger schwang als der andere.
Gingen die Studienteilnehmer schneller, nahm das Armschwingen zwar zu, die entsprechende Asymmetrie blieb jedoch bestehen.
„Unsere Daten deuten darauf hin, dass die Analyse der Armbewegungen beim Gehen ein nützliches Instrument zur frühen Entdeckung von Morbus Parkinson sein könnte“, sagte Huang. In Kombination mit neuartigen, allerdings noch nicht entwickelten Medikamenten, die den Zelltod aufhalten, könnte dies die Krankheit stoppen oder verlangsamen, bevor große Schäden auftreten, gibt sich die Forscherin optimistisch.
Quelle: Gait & Posture, Online-Publikation vom 27. November 2009 (doi:10.1016/j.gaitpost.2009.10.013). Arm swing magnitude and asymmetry during gait in the early stages of Parkinson's disease. Michael D. Lewek, Roxanne Poole, Julia Johnson, Omar Halawa, Xuemei Huang
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Letzte Änderung: 21.12.2009, 14:27 Uhr
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Stand: 21.12.2009, 14:27 Uhr
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