Stütz- und Nahrungszellen im Gehirn beeinflussen Parkinson

Frankfurt am Main, 18.01.2013

TÜBINGEN (Biermann) – Stütz- und Nahrungszellen des Gehirns, die sogenannte Astroglia, können möglicherweise das Absterben von Nervenzellen bei Morbus Parkinson fördern. Das hat ein Team aus deutschen und schottischen Wissenschaftlern herausgefunden.

Auslöser ist dabei das von der Astroglia in großen Mengen gebildete Protein „S100b“. Entfernten die Forscher dieses Eiweiß an genetisch veränderten Mäusen, gingen auch die parkinsonartigen Schädigungen im Gehirn zurück. Bislang galt S100b als Schutzfaktor für Nervenzellen.

Kritischer Schwellenwert

Seine schützende Wirkung auf Nervenzellen scheint das Eiweiß jedoch nur bis zu einer bestimmten Konzentration auszuüben. Wird diese Konzentrationsschwelle überschritten, verändert S100b seine Wirkung grundlegend und wirkt zellschädigend. Eine hohe Konzentration von S100b ist auch in der Rückenmarksflüssigkeit und im Gehirn von Parkinson-Patienten nachweisbar.

Die Forscher nehmen an, dass das Protein unter besonderen Bedingungen, wie sie beispielsweise bei Parkinson vorliegen, im Gehirn in zu großen Mengen gebildet wird. In weiteren Studien wollen sie nun herausfinden, wie sie die Funktion der Astroglia beeinflussen und so möglicherweise neue Therapie-Ansätze bei Parkinson entwickeln zu können.

Quelle: Brain 2012, 135(11): 3336-3347

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letzte Änderung 19. Februar 2016, 10:24 Uhr

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Stand: 25-Sep-2017, 05:15 PM
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