Frankfurt am Main, 16.09.2009
MÜNCHEN (Biermann) – Etwa jede zehnte Parkinson-Erkrankung ist auf Defekte in sogenannten Parkinson-Genen zurückzuführen. Münchner Forscher haben jetzt entdeckt, dass diese Gene die Funktion der Mitochondrien („Kraftwerke“) in den Nervenzellen sichern. Sind sie defekt, sterben die Nervenzellen ab.
„Funktionsgestörte Mitochondrien werden schon seit den 80er-Jahren als mögliche Verursacher der Parkinson-Erkrankung vermutet", sagt Dr. Konstanze Winklhofer von der Ludwig-Maximilians-Universität München. Damals entdeckte man, dass Stoffe, die für Mitochondrien giftig sind, eine Parkinson-Erkrankung auslösen können.
Eine Beteiligung der Mitochondrien am Untergang der Nervenzellen wäre leicht zu erklären: Die kleinen „Kraftwerke“ versorgen die Zelle mit Energie und spielen eine wichtige Rolle bei der Regulation des Zelltods.
Im Journal of Biological Chemistry berichten Dr. Winklhofer und ihr Team nun, dass die beiden Parkinson-Gene PINK1 und Parkin gemeinsam für das Funktionieren der Mitochondrien verantwortlich sind. Wenn Parkin oder PINK 1 ihre Funktion verlieren, sind die Form und die Aktivität der Mitochondrien gestört. Folge: die zellulären Energielieferanten produzieren weniger Kraftstoff für die Zellen.
Quelle: J Biol Chem. 2009 Aug 21; 284 (34): 22938-51. Loss of Parkin or PINK1 Function Increases Drp1-dependent Mitochondrial Fragmentation. Lutz AK, Exner N, Fett ME, Schlehe JS, Kloos K, Lämmermann K, Brunner B, Kurz-Drexler A, Vogel F, Reichert AS, Bouman L, Vogt-Weisenhorn D, Wurst W, Tatzelt J, Haass C, Winklhofer KF.
letzte Änderung 02. Februar 2012, 16:56 Uhr
produced by GPM mbH
URL: http://www.parkinsoninfo.de/aktuelles/detail_103.jsp
Stand: 06-Feb-2012, 04:40 AM
© 2012 Parkinson-Info. Alle Rechte vorbehalten.