PET-Aufnahmen ermöglichen frühe Unterscheidung verschiedener Parkinson-Syndrome

Frankfurt am Main, 18.01.2010

MANHASSET (BIERMANN) – US-amerikanischen Wissenschaftlern ist es gelungen, auf Basis von Positronen-Emissions-Tomographie (PET)-Aufnahmen Kriterien zu entwickeln, die eine sichere Unterscheidung verschiedener Parkinson-Syndrome im Frühstadium erlauben.

Ähnliche Symptome erschweren die exakte Diagnose

„Bei Morbus Parkinson können ähnliche Symptome auftreten wie bei der Multiplen Systematrophie oder der progressiven supranukleären Blickparese. Wir wollten deshalb herausfinden, ob sich Patienten mit idiopathischem Parkinson-Syndrom auf der Basis von Stoffwechselvorgängen im Gehirn, die mittels Bildgebung erfasst werden, von Patienten mit atypischen Parkinson-Sndromen unterscheiden“, erklären Chris C. Tang vom Feinstein Institute for Medical Research und Kollegen.

Dazu hatten die Wissenschaftler 167 Patienten mit Parkinson-Symptomen, aber bislang noch unklarer Diagnose, einer PET unterzogen. Auf Basis der Aufnahmen entwickelten sie dann eine automatisierte Prozedur, um Patienten mit Morbus Parkinson, Multipler Systematrophie oder progressiver supranukleärer Blickparese voneinander zu unterscheiden. Nach den Aufnahmen wurden die Studienteilnehmer für durchschnittlich weitere 2,6 Jahre von Neurologen betreut, bis diese eine endgültige Diagnose stellen konnten. Die behandelnden Ärzte wussten nichts von den Ergebnissen der PET-Aufnahmen.

Richtige Therapie früher möglich

Wie sich nach der endgültigen Diagnose herausstellte, hatten die Forscher mit ihren PET-Scans 84 Prozent der tatsächlichen Parkinson-Patienten richtig erkannt, bei den Patienten mit Multipler Systematrophie waren es 85 Prozent, bei der progressiven supranukleären Blickparese 88 Prozent. Der Anteil der richtigen Ausschlüsse einer bestimmten Erkrankung betrug 97 Prozent, 96 Prozent bzw. 94 Prozent.

Die von ihnen erarbeitete Klassifikation auf Basis der PET-Bildgebung könne mit hoher Treffsicherheit zwischen verschiedenen Parkinson-Syndromen unterscheiden und so dabei helfen, bereits früh die richtige Therapie aufzunehmen, sind die Forscher optimistisch.

Quelle: The Lancet Neurology, Early Online Publication, 11. Januar 2010 (doi:10.1016/S1474-4422(10)70002-8 ). Differential diagnosis of parkinsonism: a metabolic imaging study using pattern analysis. Chris C. Tang, Kathleen L. Poston, Thomas Eckert, Andrew Feigin, Steven Frucht, Mark Gudesblatt, Vijay Dhawan, Martin Lesser, Jean-Paul Vonsattel, Stanley Fahn, David Eidelberg

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Stand: 06-Feb-2012, 04:09 AM
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