Frankfurt am Main, 12.03.2010
BOSTON (Biermann) – Menschen mit Parkinson fühlen sich im Kontakt mit anderen Menschen, zum Beispiel auf einer Party, häufig unbehaglich und unbeholfen. Amerikanische und französische Wissenschaftler haben die Ursache dafür gefunden.
Der Morbus Parkinson scheint bei den Betroffenen die Fähigkeit, Gefühle aus dem Gesichtsausdruck oder der Stimmlage anderer Menschen herauszulesen, zu schmälern, heißt es in der medizinischen Fachzeitschrift Neuropsychology. Heather Gray und Linda Tickle-Degnen von der Harvard Universität überprüften insgesamt 34 Studien und stellten fest, dass es eine Verbindung zwischen der Parkinson-Erkrankung und einem Defizit beim Erkennen von Gefühlsausdrücken, speziell von negativen Gefühlen, gibt.
„Die Fähigkeit, auf den emotionalen Zustand anderer Menschen zu schließen, ist entscheidend für normale soziale Interaktionen“, erklären die Wissenschaftlerinnen. Doch „der Morbus Parkinson macht die Betroffenen anfällig für Fehler in der Wahrnehmung von Gefühlen“, fügen sie hinzu.
Für Betroffene und Angehörige ist es deshalb wichtig, sich dieser potenziellen Schwierigkeiten bewusst zu sein. „So können sie lernen mit einigen der sozialen Konsequenzen, wie Missverständnissen und Frustration, besser umzugehen“, sagen Gray und Tickle-Degnen. Ein weiterer Schritt könne das Training der emotionalen Wahrnehmung der Erkrankten sein, das sich bereits als vielversprechend erwiesen habe.
Quelle: A Meta-Analysis of Performance on Emotion Recognition Tasks in Parkinson’s Disease. Heather M. Gray, Linda Tickle-Degnen. Neuropsychology; 24 (2): 176-191
letzte Änderung 02. Februar 2012, 16:56 Uhr
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Stand: 06-Feb-2012, 05:50 AM
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