Frankfurt am Main, 03.08.2010
KÖLN (Biermann) – Schon 50 Jahre vor dem Ausbruch eines Morbus Parkinson oder einer Demenz könnte eine REM-Schlaf-Verhaltensstörung ein Anzeichen für die zukünftige Erkrankung sein. Dies schließen Forscher der Mayo Clinic im amerikanischen Rochester aus einer kleinen Studie mit 27 Patienten.
Vor dem Ausbruch der Parkinson-Krankheit, der Lewy-Körperchen-Demenz oder der Multiplen Systematrophie (ebenfalls eine neurodegenerative Erkrankung) litten die Studienteilnehmer schon seit mindestens 15 Jahre an einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung.
In der REM-Schlafphase, in der die meisten Träume stattfinden, erschlafft normalerweise die Muskulatur. Bei Patienten mit einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung ist dies nicht der Fall, sie agieren ihre Träume aus, schlagen um sich oder schreien laut.
Studienleiter Dr. Bradley F. Boeve betont, dass zwischen dem Beginn der Schlafstörung und den ersten Symptomen der neurologischen Erkrankungen bis zu 50 Jahre lagen, im Durchschnitt waren es 25 Jahre. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass bei einigen Patienten Erkrankungen wie Parkinson oder Demenz schon über eine sehr lange Zeitspanne hinweg im Gehirn aktiv sind, bevor sich die ersten offensichtlichen Symptome zeigen“, sagte Boeve. „Es ist notwendig, diesen Zusammenhang weiter zu erforschen, damit wir vielleicht eines Tages in der Lage sind, Therapie zu entwickeln, die die Progression dieser Erkrankungen schon Jahre vor dem Auftreten von Symptomen verlangsamen oder aufhalten können."
Unbekannt ist bislang, wie viele Menschen, die an einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung leiden, später Krankheiten wie Parkinson oder Demenz entwickeln.
Quelle: Neurology, 28. Juli 2010. REM sleep behavior disorder preceding other aspects of synucleinopathies by up to half a century.D. O. Claassen, K. A. Josephs, J. E. Ahlskog, M. H. Silber, M. Tippmann-Peikert, and B. F. Boeve
letzte Änderung 10. Mai 2012, 9:37 Uhr
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Stand: 17-May-2012, 06:49 AM
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