Frankfurt am Main, 29.09.2010
KÖLN (Biermann) – Zittern, Muskelstarre, instabile Körperhaltung – die motorischen Symptome des Morbus Parkinson sind bekannt. Weniger geläufig ist vielen, dass im Laufe der Krankheit bei manchen Parkinson-Patienten auch psychische Beschwerden, wie zum Beispiel visuelle Halluzinationen und Wahnvorstellungen, auftreten können.
In einer Studie, die über zwölf Jahre 230 Erkrankte begleitete, fanden norwegische Forscher heraus, dass diese psychischen Beschwerden vorwiegend bei Patienten auftreten, die erst spät an Parkinson erkrankt sind, hohe Dosen dopaminerger Medikamente einnehmen müssen und an einer REM-Schlaf-Verhaltensstörung leiden.
Wie gegen die psychischen Symptome vorgegangen wird, hänge von mehreren Faktoren ab, erklärt Dr. Guido Alves vom Universitätsklinikum Stavanger, der die Untersuchung geleitet hat. Der behandelnde Arzt muss sowohl die Schwere der Psychose als auch die gegenwärtige Parkinson-Medikation, die Ausprägung der Parkinson-Symptome und Begleiterkrankungen beachten.
So gibt es verschiedene, relativ leicht behandelbare Erkrankungen, die zu psychotischen Symptomen führen können, beispielsweise eine Harnwegsinfektion oder Schlafmangel.
Sind andere Ursachen ausgeschlossen, versucht Dr. Alves es bei seinen Patienten immer erst mit einer Anpassung der Parkinson-Medikamente. Klappt das nicht, erhält der Patient ein spezielles Medikament gegen Halluzinationen und Wahnvorstellungen, ein sogenanntes Antipsychotikum.
Leidet der Erkrankte zusätzlich noch an kognitiven Beeinträchtigungen oder einer beginnenden Demenz könnten Arzneimittel gegen Demenz zum Einsatz kommen, so Dr. Alves weiter.
Quelle: Arch Neurol. 2010;67(8):996-1001. A 12-year population-based study of psychosis in Parkinson disease. Forsaa EB, Larsen JP, Wentzel-Larsen T, Goetz CG, Stebbins GT, Aarsland D, Alves G.
letzte Änderung 10. Mai 2012, 9:37 Uhr
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Stand: 17-May-2012, 06:52 AM
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