Neue Einblicke in die genetische Architektur der Parkinson-Krankheit

Frankfurt am Main, 30.07.2012

TÜBINGEN (Biermann) – Ein Team von Parkinson-Spezialisten aus 19 Ländern, darunter auch Tübinger Forscher, hat die Bedeutung neuer genetischer Risiko-Faktoren für die Parkinson-Krankheit in verschiedenen Bevölkerungsgruppen nachgewiesen.

Mehr als 17.000 Patienten und gesunde Kontrollpersonen wurden für die Studie genetisch untersucht. So gelang es den Wissenschaftlern erstmals, die Bedeutung von Risiko-Genen für die Krankheitsentstehung nicht nur für die Bewohner der westlichen Hemisphäre, sondern auch für die Bevölkerung im asiatisch-pazifischen Raum zu belegen.

Schnelle Untersuchung auf Risikofaktoren

Durch den rasanten technischen Fortschritt bei genetischen Untersuchungen können heute große Patientengruppen mit relativ geringem Zeitaufwand auf Risiko-Gene für die Parkinson-Krankheit untersucht werden. Dabei werden typischerweise Parkinson-Patienten aus bestimmten Regionen, wie zum Beispiel aus Westeuropa oder den USA, untersucht.

Bisher war es aber unklar, ob und inwieweit die gefundenen Risikofaktoren sich auch auf andere Bevölkerungsgruppen weltweit übertragen lassen.

Um diesem Problem zu begegnen, hatten Tübinger Ärzte und Forscher bereits im Jahre 2004 gemeinsam mit Kollegen aus den USA ein Konsortium zur Erforschung der genetisch-epidemiologischen Ursachen der Parkinson-Krankheit (GEO-PD) gegründet. Die aktuelle Studie entstand im Rahmen dieses Konsortiums.

Bedeutung von Risiko-Genen in unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen

Die auf diese Weise zusammengetragenen DNA-Proben von mehr als 17.000 Menschen haben es nun erstmals ermöglicht, die Ergebnisse großer Genstudien in verschiedenen Patientengruppen weltweit zu überprüfen und hinsichtlich ihrer Bedeutung in der jeweiligen Bevölkerung einzuordnen.

Dabei zeigt die Studie die besondere Bedeutung des bevölkerungsspezifischen Kontextes bei der Interpretation und Gewichtung der genetischen Risikofaktoren.

Anhand der Studie können Risiko-Gene für die Parkinson-Krankheit benannt werden, die über Verlaufsuntersuchungen der betroffenen Merkmalsträger eine Aussage zum natürlichen Voranschreiten der Erkrankung ermöglichen.

Zudem ist dies ein erster Schritt in Richtung einer zukünftigen personalisierten Risikovorhersage für Träger der verschiedenen Genveränderungen.

Quelle: Sharma M et al. Large scale replication and heterogeneity in Parkinson disease genetic loci. Neurology. 2012 Jul 11. [Epub ahead of print]

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letzte Änderung 19. Februar 2016, 10:24 Uhr

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Stand: 18-Nov-2017, 12:46 PM
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