Probleme bei Aufmerksamkeit und Reaktionsvermögen warnen vor Stürzen

Frankfurt am Main, 20.02.2009

NEWCASTLE (MedCon) – Parkinson-Patienten, bei denen Aufmerksamkeit und geistiges Reaktionsvermögen beeinträchtigt sind, haben einer neuen Studie zufolge ein höheres Risiko für Stürze. Diese Erkenntnis könnte eine Möglichkeit darstellen, Patienten, die besonders gefährdet sind, frühzeitig zu erkennen und Vorbeugungsmaßnahmen zu ergreifen.

Dr. L. M. Allcock und seine Kollegen vom Institute for Ageing and Health der Newcastle University wollten herausfinden, ob kognitive Defizite und Beeinträchtigungen der sogenannten Exekutivfunktionen bei Patienten mit Parkinson Einfluss auf Haltung und Gleichgewicht haben.

Stürze im Tagebuch

Als Exekutivfunktionen bezeichnet man grundlegende mentale Prozesse wie Aufmerksamkeit, Wachheit, Erwartung künftigen Verhaltens, Planung, Initiierung und Hemmung von Handlungen, kognitive Flexibilität und Umstellungsfähigkeit, Koordination von Informationen und Prozessen, Portionierung von Handlungen und Zielüberwachung.

Allcocks Team untersuchte eine große Zahl von Parkinson-Patienten anhand verschiedener psychologischer Tests, die unter anderem Auskunft über die Fähigkeit, aufmerksam zu sein und die Aufmerksamkeit aufrecht zu erhalten gaben, auch die kognitive Reaktionszeit bzw. deren Variabilität wurde getestet. Weiterhin wurden die Studienteilnehmer angewiesen, in einem Tagebuch aufzuzeichnen, wenn sie stürzten. 160 Patienten führten solche Tagebücher ein Jahr lang. Von ihnen stürzten 103 (63%) einmal oder mehrmals in den folgenden zwölf Monaten.

Aufmerksamkeit schützt

Die Forscher verglichen die Ergebnisse der psychologischen Tests mit den Aufzeichnungen in den Tagebüchern. Sie stellten fest, dass Patienten, die Probleme hatten aufmerksam zu sein und Patienten, bei denen die Reaktionszeit variabler war, häufiger stürzten als andere.

Die Wissenschaftler schlussfolgern deshalb, dass beeinträchtigte Aufmerksamkeitsfähigkeit und erhöhte Variabilität der Reaktionszeit mit häufigeren Stürzen bei Patienten mit Parkinson verbunden sind. Dies eröffne eine Möglichkeit, diejenigen Patienten möglichst frühzeitig zu identifizieren, die das höchste Risiko für Stürze haben. Bei ihnen könnten dann Maßnahmen zur Verhinderung von Stürzen eingeleitet werden, so die Autoren.

Quelle: Erstellt von MedCon aus:
Parkinsonism & Related Disorders, Volume 15, Issue 2, February 2009, Pages 110-115
Impaired attention predicts falling in Parkinson's disease
L.M. Allcock, E.N. Rowan, I.N. Steen, K. Wesnes, R.A. Kenny and D.J. Burn

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letzte Änderung 02. Februar 2012, 16:56 Uhr

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Stand: 06-Feb-2012, 04:34 AM
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