Neues bildgebendes Verfahren erleichtert Diagnose von Parkinson

Frankfurt am Main, 08.05.2009

CHICAGO (MedCon) – Ein Team von Neurowissenschaftlern an der University of Illinois zeigt in einer neuen Studie, dass es möglich ist, die Parkinson-Krankheit mit Hilfe eines nicht-invasiven bildgebenden Verfahrens zu diagnostizieren, das auch dabei helfen könnte, potenzielle neue Wirkstoffe zu testen

Dr. David Vaillancourt und seine Kollegen testeten bei 28 Studienteilnehmern, die Hälfte mit Frühzeichen einer Parkinson-Erkrankung, ein Verfahren namens Diffusions-Tensor-Bildgebung. Diese Variante der Computertomographie ist nicht-invasiv, das heißt, sie erfordert kein Eindringen in den Körper und sie kommt ohne radioaktive Indikatorsubstanzen aus.

Ein Blick in die Schwarze Substanz gibt Aufschluss

Die Wissenschaftler bildeten eine Gehirnregion ab, die als Substantia nigra („Schwarze Substanz“) bezeichnet wird, weil sie durch die Einlagerung von Eisen und Melanin dunkel gefärbt ist. Die Substantia nigra besteht aus Nervenzellen, die den Botenstoff Dopamin bilden. Parkinson-Patienten haben in der Substantia nigra charakteristischerweise nur etwa halb so viele dopaminproduzierende Nervenzellen wie gesunde Personen.

Den Verlust an dopaminproduzierenden Zellen in der Substantia nigra mit Hilfe konventioneller Methoden darzustellen, ist teuer, invasiv und erfordert die Injektion einer radioaktiven Indikatorsubstanz.

„Wir glauben, dass es letztlich möglich sein wird, die Parkinson-Krankheit nicht-invasiv und objektiv zu diagnostizieren, indem die Gehirnregion untersucht wird, die die Krankheit verursacht. Keine andere Methode ist dazu bisher in der Lage“, sagte er.

Einfachere Tests beschleunigen Wirkstoffentwicklung

Zudem könnte die Diffusions-Tensor-Bildgebung dabei helfen, Wirkstoffe zur Behandlung von Parkinson zu entwickeln, die die Nervenzellen schützen. Mit bisherigen Methoden sei es schwierig, einen solchen neuroprotektiven Wirkstoff zu finden. Die Resultate der Wirkstofftests werden durch jede Therapie, die angewendet wird, um die Symptome zu behandeln, verzerrt.

„Deshalb braucht man eine Menge Patienten von mehreren Kliniken, um festzustellen, ob das neuroprotektive Mittel wirkt“, sagte er. „Doch wenn sie einen Krankheitsindikator haben, der durch eine dopaminerge Therapie nicht beeinflusst wird, dann könnte man potenzielle neuroprotektive Wirkstoffe auch in kleineren Patientengruppen testen.“ Vaillancourt glaubt, dass die Diffusions-Tensor-Bildgebung die Entwicklung von Medikamenten gegen Parkinson beschleunigen würde.

Quelle: Erstellt von MedCon aus: Neurology, online veröffentlicht am 7. Januar 2009; D. E. Vaillancourt, M. B. Spraker, J. Prodoehl, I. Abraham, D. M. Corcos, X. J. Zhou, C. L. Comella, and D. M. Little; High-resolution diffusion tensor imaging in the substantia nigra of de novo Parkinson disease

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letzte Änderung 10. Mai 2012, 9:37 Uhr

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Stand: 17-May-2012, 06:41 AM
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