Parkinson bei Angehörigen
Tipps, Hilfe & Selbsthilfegruppen
Das Wichtigste in Kürze
Was können Angehörige bei Parkinson tun?
Angehörige von Menschen mit Parkinson können am besten unterstützen, indem sie ein hohes Maß an Geduld, Respekt und alltagsnahe Hilfe zeigen und Betroffene in ihrer Selbstständigkeit stärken. Familienmitglieder können bei persönlichen Tätigkeiten, Haushalt, Mobilität, Ärzt*innenbesuchen, Medikamenteneinnahme Hilfe leisten und emotionale Unterstützung bieten. Parkinson führt oftmals zu Einschränkungen im Alltag, weshalb scheinbar gewöhnliche Aktivitäten (z. B. Ankleiden, Kochen, Einkaufen, außer Haus gehen) nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich sind. Diese Veränderungen belasten sowohl Betroffene als auch Angehörigen und können zu Stress, sozialer Isolation und Sorgen über die Zukunft führen. Da der richtige Umgang in einigen Fällen kompliziert sein kann, ist es wichtig, dass sich auch Angehörige gezielt Unterstützung holen – beispielsweise in einer speziellen Selbsthilfegruppe.
Beachten Sie: Auch wenn jemand länger braucht, um seine Gedanken auszudrücken, bleibt die geistige Leistungsfähigkeit erhalten. Intelligenz, Urteilsvermögen und Gedächtnis sind durch Parkinson nicht grundsätzlich beeinträchtigt.
Der richtige Umgang im Alltag
Ein respektvoller, wertschätzender Umgang und die Vermeidung von sozialer Isolation sind für die Lebensqualität von Menschen mit Parkinson entscheidend. Die folgenden Tipps helfen Angehörigen bei der täglichen Begleitung:
Praktische Hilfe für Mobilität und Bewegung
Die motorischen Einschränkungen bei Parkinson erfordern im Alltag die gezielte körperliche Unterstützung durch Angehörige.
Regelmäßige körperliche Aktivität kann Motorik, Gleichgewicht, Stimmung und Lebensqualität verbessern. Motivieren Sie Betroffene durch gemeinsame, risikoarme Aktivitäten wie Spaziergänge, leichtes Dehnen oder spezielle Parkinson-Übungsprogramme. Setzen Sie feste Routinen und bestärken Sie kleine Fortschritte, anstatt Druck aufzubauen.
Bieten Sie einen stabilen Halt, aber ziehen Sie die Person nicht an den Armen hoch. Zeigen Sie dem Patient*innen, wie er sich auf die Stuhlkante setzen, die Füße flach auf den Boden stellen und sich mit den Händen auf den Armlehnen abstützen kann, um das Aufstehen selbstständig einzuleiten.
Bewahren Sie Ruhe. Prüfen Sie zunächst die Person auf sichtbare Verletzungen, Schmerzen und Bewusstseinsstörungen, bevor Sie ihr aufhelfen. Bieten Sie einen stabilen Gegenstand (z. B. einen Stuhl) an, an dem sich der Betroffene selbst hochziehen kann, und unterstützen Sie ihn sanft an der Hüfte oder am Rumpf. Bei Verdacht auf ernsthafte Verletzungen (z. B. Kopftraume, starke Schmerzen, Fehlstellungen) erzwingen Sie keinen Aufstehversuch. Holen Sie stattdessen ärztliche Hilfe – notfalls über die 112.
Umgang mit Stimmungsschwankungen und Begleitsymptomen
Neben den motorischen Einschränkungen kann Parkinson auch Stimmung, Psyche und Wahrnehmung verändern. Depression, Angst und psychotische Symptome sind häufig und beeinflussen die Lebensqualität stark. Angehörige spielen eine wichtige Rolle, indem sie Emotionen ernst nehmen und auf professionelle Unterstützung hinwirken.
Fördern Sie eine positive Grundstimmung durch gemeinsame, stressfreie Aktivitäten, das Aufrechterhalten von Hobbys und offene Gespräche über Ängste. Ein strukturierter Tagesablauf gibt zudem Sicherheit und reduziert Frustration.
Im fortgeschrittenen Stadium oder im Zusammenhang mit Medikamenten können Halluzinationen auftreten. Diskutieren Sie nicht über die „Richtigkeit“ der Wahrnehmung, da diese für Betroffene sehr real wirken können. Vermitteln Sie stattdessen Ruhe und Sicherheit, sorgen Sie z. B. für eine gute Beleuchtung im Raum und informieren Sie zeitnah den/die behandelnde/n Neurolog*in.
Parkinson-Selbsthilfegruppen für Angehörige und Beratungsangebote
Angehörige übernehmen bei Parkinson einen großen Teil der Pflege und Betreuung und sind dabei einem erheblichen körperlichen und seelischen Belastungsrisiko ausgesetzt. Um dem vorzubeugen, ist gezielte externe Unterstützung wichtig.
Eine Parkinson-Selbsthilfegruppe für Angehörige bietet einen geschützten Rahmen für einen offenen Erfahrungsaustausch. Viele Angehörige berichten, dass sie sich mit den Herausforderungen oft allein gelassen fühlen und von einem Austausch und praktischen Tipps anderer Angehöriger deutlich profitieren, indem Sie Bewältigungsstrategien anderer lernen und emotionale Entlastung finden. Neben dem Austausch mit Gleichgesinnten ist auch eine professionelle Parkinson-Beratung für Angehörige sinnvoll. Diese Beratungsstellen helfen bei rechtlichen Fragen (z. B. Pflegegrad), der Beantragung von Hilfsmitteln und vermitteln bei Bedarf psychologische Unterstützung.
Hilfreiche Links und Informationen zu Selbsthilfegruppen finden Sie hier.
Wie erkläre ich Parkinson Kindern?
Erklären Sie die Krankheit altersgerecht und ehrlich, ohne Angst zu machen. Nutzen Sie einfache Vergleiche – etwa, dass die Botenstoffe im Gehirn wie Nachrichten sind, die bei der Erkrankung langsamer ankommen, was zu dem Zittern oder der Langsamkeit führt. Betonen Sie, dass die Erkrankung nicht ansteckend ist und die geliebte Person (Opa, Oma, Elternteil) in ihrem Wesen unverändert bleibt.
Häufig gestellte Fragen von Parkinson-Angehörigen
Informieren Sie sich umfassend über die Erkrankung, um Symptome richtig einzuordnen. Passen Sie den Alltag gemeinsam an das Tempo des Betroffenen an, achten Sie aber auch als Partner*in auf eigene Freiräume und Erholung.
Begegnen Sie Erkrankten respektvoll, geduldig und auf Augenhöhe. Verzichten Sie auf ungefragte Hilfe und geben Sie der Person ausreichend Zeit zum Sprechen und die Bewältigung von Alltagsaufgaben.
Unterstützung bieten spezielle Parkinson-Selbsthilfegruppen für Angehörige, regionale Pflegeberatungsstellen, die Deutsche Parkinson Vereinigung (dPV) sowie psychologische Beratungsangebote für pflegende Angehörige.
Hinweis: Die bereitgestellten Informationen dienen der Aufklärung und ersetzen keinesfalls eine individuelle ärztliche Beratung.
Quellenangaben
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